Schufa, Creditreform & Co

Kredit-Auskunfteien wie die SCHUFA, Creditreform, arvato und Bürgel spielen nicht nur im Geschäftsleben von Unternehmen eine wichtige Rolle. Auch im privaten Bereich haben sie einen großen Einfluss auf das Konsumverhalten der Verbraucher, denn mit einem schlechten Score erhalten Konsumenten weder einen Kredit, noch einen Handyvertrag. Die Aufgaben der Auskunfteien sind ganz einfach und schnell zu erklären: sie bewerten die Bonität von Unternehmen, Kaufleuten und privaten Konsumenten im Vorfeld eines Vertragsabschlusse und berechnen hierfür den sogenannten Scoring-Wert in einem komplizierten Verfahren. Sie schützen Kreditgeber vor Kreditausfällen, schützen Verbraucher vor Überschuldung und Unternehmen vor Zahlungsausfällen.

Kredit-Auskunfteien sind keine staatlichen Stellen

Fast jeder Verbraucher in Deutschland hatte sicher schon einmal Kontakt mit der SCHUFA-Holding AG. Sie wird eingeschaltet, wenn ein Ratenkauf getätigt wird, wenn ein neuer Handyvertrag abgeschlossen wird und selbst wenn eine Wohnung gemietet wird, holt sich der neue Vermieter bei der SCHUFA Informationen von seinem neuen Mieter ein.

Da Wirtschaftsauskunfteien wie die SCHUFA, Bürgel oder Creditreform sehr offiziell wirken, halten viele Bürger sie für eine staatliche Stelle oder Behörde. Doch das ist keineswegs so, denn Auskunfteien sind ganz gewöhnliche Unternehmen der Privatwirtschaft.

Neben der Berechnung des Score Wertes verfügt die Mehrheit der Kredit-Auskunfteien über zusätzliche Geschäftsfelder, wie beispielsweise dem Inkasso. Kreditinstitute, Handelsunternehmen und andere Unternehmen nehmen regelmäßig ihre Hilfe in Anspruch und nutzen die Daten der Wirtschaftsauskunfteien, um sich vor möglichen Zahlungsausfällen zu schützen.

Seit April 2010 haben Verbraucher die Möglichkeit, sich einmal jährlich eine kostenlose Auskunft über ihre persönlich gespeicherten Daten zu erhalten. Nicht selten sind die Daten unvollständig oder gar falsch. Daher raten Verbraucherschützer zu einer regelmäßigen Kontrolle der gespeicherten Daten.

Welche Kreditauskunfteien gibt es in Deutschland?

Nachfolgend eine alphabetische Liste der wichtigsten Wirtschaftsauskunfteien in Deutschland:

arvato infoscore GmbH
Sitz: Baden-Baden
Gründung: 2005
Leistungen: Auskünfte, Direktmarketing,

Inkasso Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG
Sitz: Hamburg
Gründung: 1885
Leistungen: Auskünfte, Unternehmensinformationen, Kreditmanagement, Inkasso, Direktmarketing

Verband der Vereine Creditreform e.V.
Sitz: Neuss
Gründung: 1879 Leistungen: Auskünfte, Unternehmensinformationen, Inkasso, Direktmarketing, Risikomanagement, Rating

SCHUFA Holding AG
Sitz: Wiesbaden
Gründung: 1927
Leistungen: Auskünfte über Verbraucher – die SCHUFA verfügt derzeit über Daten von rund 66,2 Millionen natürlichen Personen und somit über einen Scoring Wert für rund 75 Prozent der Bundesbürger

Unterschiede zwischen SCHUFA und Creditreform

Beide – SCHUFA wie Creditreform – sammeln und speichern Daten für Verbraucher und bewerten diese für das Bonitäts Scoring. Dabei ist die Schufa die am meisten genutzte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie wird eingeschaltet bei dem Abschluss von Handyverträgen, Kreditverträgen, bei Ratenzahlungen, bei der Finanzierung von Kraftfahrzeugen und bei der Vermietung von Immobilien. Alle Kreditinstitute nutzen die SCHUFA, um die Bonität ihrer Kunden abzuprüfen und um zu erfahren, wie vertrauenswürdig sie sind.

Die Creditreform hingegen ist – anders als die SCHUFA – nicht nur eine reine Wirtschaftsauskunftei, sondern bietet auch andere Dienstleistungen wie Inkasso und Direktmarketing an. Sie ist bekannter im unternehmerischen Bereich und wird überwiegend von Unternehmen genutzt, um sich mehr Informationen von zukünftigen Geschäftspartnern einzuholen. Ein weiterer Unterschied zur SCHUFA: Privatpersonen können sich hier keine kostenlosen Informationen über ihre Daten einholen.

SCHUFA Score – diese Faktoren beeinflussen den Wert

Mit einem schlechten Schufa-Score erhalten Verbraucher keinen Kredit und keinen Handy-Vertrag. Der Schufa-Score gibt die Kreditwürdigkeit beziehungsweise die Bonität an. Er wird auf der Grundlage von statistisch-mathematischen Analyseverfahren ermittelt und geht mit einer Prognose über zu erwartenden Problemen bei Kreditrückzahlungen einher.

Für Kreditgeber ist der Score ein Indiz, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kunde künftig seine Raten zahlen kann. Der Basis-Score ist bei einer SCHUFA Selbstauskunft einsehbar und liegt zwischen 0 und 100 Prozent. Er basiert auf den bei der Schufa gespeicherten Daten und es erfolgt im Rhythmus von drei Monaten eine Aktualisierung. Die Zuordnung erfolgt dabei zu einer statistischen Vergleichsgruppe.

Ein Wert von 95 Prozent gibt beispielsweise an, dass innerhalb dieser Gruppe rein statistisch von 100 Personen 95 Personen ihren Zahlungspflichten zuverlässig nachkommen. In solch einem Fall ist der Score hoch und somit positiv.

Neben einem Basis-Score gibt es auch noch einen Branchen-Score, der in einer Skala von 0 bis 1.000 eingeteilt wird und vom Basiswert abweichen kann. Das liegt daran, dass angenommen wird, dass die Rückzahlungswahrscheinlichkeit eines Kredits anders ausfällt als zum Beispiel die Zahlung eines Mobilfunkvertrages.

Einflüsse auf den SCHUFA-Score

Für Außenstehende ist das Analyseverfahren zur Berechnung des Scores nicht nachvollziehbar, da die SCHUFA hier keinerlei Transparenz bietet, um manipulative Einflüsse auf die Bewertung zu vermeiden.

Einige Negativ-Faktoren sind aber bekannt:

• gekündigte Kredite aufgrund Zahlungsunfähigkeit
• gekündigte Mobilfunkverträge aufgrund Zahlungsunfähigkeit
• eidesstattliche Versicherungen
• Vollstreckungsverfahren

Unbekannt ist, wie sich bestimmte Faktoren, wie zum Beispiel häufige Wohnungs- und Bankenwechsel oder Kredithäufungen auf den Score auswirken.

Der SCHUFA-Score erhöht sich, wenn Negativ-Faktoren vermieden werden. So wird zum Beispiel eine regelmäßige Zahlung von Kreditraten positiv bewertet. Und auch die Höhe der monatlichen Raten sollte in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen stehen. Ebenfalls positiv auf den Score wirkt sich eine vorzeitige Rückzahlung eines Kredites aus. Und auch die dem Girokonto gewährte Kreditlinie sollte möglichst nicht überschritten werden.

Tipp: Erkunden Sie sich regelmäßig nach den von Ihnen gespeicherten Daten

Auskunfteien beeinflussen durch die gespeicherten Daten das wirtschaftliche Leben von Firmen und Privatpersonen gleichermaßen. Die Daten stammen einerseits aus öffentlich zugänglichen Quellen, wie der Bundesanzeiger, aber auch von Banken, Leasingfirmen etc.  – natürlich kann sich hier auch der Fehlerteufel eingeschlichen haben. Deswegen sind Firmen und Privatpersonen gut beraten, regelmäßig die über sie gespeicherten Daten abzurufen und auszuwerten.  Alle Auskunfteien sind zur kostenfreien Auskunft gesetzlich verpflichtet – zumindest einmal pro Jahr. Sie sind auch gesetzlich dazu verpflichtet, falsche Angaben zu löschen. Kein Anspruch dagegen besteht auf die gesamte Löschung der gespeicherten Daten.

Das Leben trotz negativer Schufa

Wer einen negativen Eintrag bei der SCHUFA hat, der hat auch sicherlich festgestellt, wie dieser das gesamte Leben beeinflusst. Es gibt aber zu jedem Problem auch eine Lösung. Wird ein Mobilfunkvertrag durch einen negativen Eintrag deutlich erschwert, bietet sich ein Prepaid Gerät an, wird eine Kreditkarte unmöglich, bietet sich eine Debit-Karte an, die rein auf Guthabenbasis geführt wird. Und auch ein Kredit trotz negativer Schufa ist möglich, auch wenn es dazu meist Hilfe von Fachleuten bedarf.