Immer mehr Firmen aus dem Mittelstand werden von der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise heimgesucht. Oft sind die Firmen schuldlos und lediglich Opfer der Ereignisse. Schuld sind vielmehr die Banken, die es den Unternehmen schwieriger machen, eine Kreditfinanzierung vorzunehmen. Dies kommt nicht zuletzt dadurch, das die Konditionen für Kredite nicht nur verteuert wurden, sondern auch die Anforderungen an die Bonität verschärft wurden.

Die Grundlage dazu legte Basel 3. Dabei handelt es sich um ein Reformpaket, welches vom Basler Ausschuss der Bank für internationalen Zahlungsausgleich im Austausch gegen Basel 2 herausgegeben wurde. Dabei sollen Schwächen aufgezeigt werden, welche den Banken u.a. bei der Kreditvergabe unterlaufen. Bereits Ende 2010 gab es eine Endfassung die in der EU durch eine neue Fassung der Capital Reqirements Directive zum 1.01.2014 umgesetzt wurde. Seither kämpft der Mittelstand um seinen Erhalt und darum sich refinanzieren zu können.

Jedes Unternehmen groß, oder klein muss eine sichere Finanzierung haben. Nur dann ist es möglich sich am Aufschwung zu beteiligen. Dieser wird nach der Finanzkrise erwartet. Wer sich am Markt halten möchte, braucht genügend Liquidität. Stetig muss in neue Projekte und Innovationen von alten Produkten investiert werden. Der Staat erwartet von den Unternehmen, dass sie Arbeitsplätze schaffen. Er hat für den Erhalt von mittelständigen Firmen einiges getan. Jedoch sollte dies kein längerfristiger Weg sein.

Daher geht man immer wieder auf die Banken zu, um sie an ihre Hauptaufgabe zu erinnern. Firmen müssen mit genügend Kapital versorgt werden. Denn nur wenn das Miteinander der Geldwirtschaft und der Industrie stimmt, übersteht Deutschland die Krise unbeschadet.

Die Forderung nach Eigenkapital wird immer größer. Es gibt nicht mehr nur noch eine Option für den Mittelstand, sondern einen Mix aus verschiedenen Finanzierungen. Dies sind ganz neue Herausforderungen, die manche Firmen zunächst einmal bewältigen müssen.

Weiter mit Basel 3

Was die Finanzkrise ans Licht brachte war, dass Banken über zu wenig, oder nicht über nicht hochwertiges Eigenkapital verfügten. Nun gab es verschiedene Maßnahmen, die zu einer Stärkung dieses Eigenkapitals führen soll.

  • Unter Basel 2 gab es das Tier – 1 Kapital, dies wird in diesem Rahmen nicht mehr akzeptiert. Es basierte auf der Grundlage von Hybridkapital, welches für die Rückzahlung gewisse Anreize bieten sollte. 15 Prozent Zinsen waren nicht selten.
  • Es gibt keine nationalen Definitionen mehr, diese werden von den Standards des internationalen Marktes abgelöst.
  • Das Kapital aus Tier 3 wird im Ganzen abgeschafft.

Nachrangdarlehen sollen mit der Zeit kaum noch eine Rolle spielen. Dies wird zur Folge haben, dass das „Going – Concern – Prinzip weiter in den Vordergrund rückt.

Basel 3 in der Kritik

Nicht nur Basel 2, sondern auch Basel 3 wird von den Banken nicht nur positiv aufgenommen. Dabei geht es um die Angst bezüglich der Eigenkapitalquoten und ebenso um die Konsolidierungspflicht, die sich für Tochterunternehmen ergeben. Die Befürchtung lag nahe, dass gerade deutsche Banken mehr als 1000 Milliarden über außenstehende Kredite einfordern müssen. Ungewiss war auch, ob die Stillen Einlagen als Eigenkapital anerkannt werden sollen, oder nicht. Ökonomen diskutierten gleichzeitig, ob die Veränderungen im Bereich des Eigenkapitals und der Liquidität überhaupt effektiv angewendet werden sollten. Hier sah mal die verschiedenen Vermögenswerte und den Bewertungsstandard als wesentlich wichtiger an. Ein gut funktionierendes Risikomanagement zuzüglich einer Aufsichtsbehörde die sich durchsetzt, hätten viel mehr Effekt auf das Finanzwesen.

Kritik gab es auch für die zu niedrig angesetzten Quoten für das Eigenkapital. Die Quote solle eine Höhe im Minimum 20 Prozent, jedoch nicht mehr als 30 Prozent aufweisen. Durch Basel 3 werden in Zukunft die Banken kaum noch Eigenkapital halten können.

Dies führt dazu, dass die Banken strikter im Bezug auf Kredite handeln. So wird es dem Mittelstand unnötig schwer gemacht seine Leistungen zu erbringen. Im Jahre 2012 gab es noch einmal eine Änderung, hier wurde die Eigenkapitalhinterlegung reduziert. Trotzdem sind es gerade die kleineren Firmen, welche es schwer haben von den Banken einen Kredit zu erhalten. Im November 2013 forderte ein Sachverständigenrat jedoch, dass man die Gewährung von Krediten, von Firmen aus dem Mittelstand noch einmal einschränken soll. Dies ist im Anbetracht der bereits bestehenden Änderungen für viele ein sehr brisantes Thema. Nach dieser Forderung wurden Anfang des Jahres 2014 die nationalen Bestimmungen zum Thema Eigenmittelanforderungen durch internationale Standards ersetzt.